Claudia Romahn, Daniel Fischer und Susanne Stoeck auf einer Bank vor Hecken und Weg.
© Dennis Möbus
03.06.2026 | Podcast
HA Hessen Agentur GmbH

Episode 21 – Carolina Romahn & Susanne Stöck: World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026

Episode 21 – Carolina Romahn & Susanne Stöck: World Design Capital Frankfurt RheinMain 202620 Minuten Hessen
Claudia Romahn, Daniel Fischer und Susanne Stoeck auf einer Bank vor Hecken und Weg.

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Was passiert, wenn eine der wirtschaftsstärksten Metropolregionen Europas Design zur Triebkraft für gesellschaftlichen Wandel macht? Die Region FrankfurtRheinMain gibt 2026 die Antwort.

In der 21. Episode des Podcasts „20 Minuten Hessen" der Hessen Agentur sprechen Carolina Romahn, Geschäftsführerin World Design Capital, und Susanne Stöck, Leiterin der Geschäftsstelle Kreativwirtschaft, über einen außergewöhnlichen Titel und seine weitreichenden Folgen. Die Region FrankfurtRheinMain trägt 2026 den Titel „World Design Capital" – eine Auszeichnung, die gleichzeitig Ansporn ist. Denn der Titel wird nicht für Vergangenes vergeben, sondern als Herausforderung: Design soll als Werkzeug genutzt werden, um demokratische Räume resilienter, lebenswerter und inklusiver zu gestalten. Unter dem Motto Design for Democracy. Atmospheres for a Better Life wird Gestaltung dabei weit gefasst – vom Produktdesign über Stadtplanung und Kreislaufwirtschaft bis hin zu Mobilität, Klimaschutz und öffentlichem Raum, aber ebenso in der Unternehmenskultur und der regionalen Standortattraktivität.

Die Kreativwirtschaft bildet das Fundament dieses Anspruchs. In Hessen arbeiten rund 125.000 Beschäftigte in der Branche und erwirtschaften etwa 17 Milliarden Euro Jahresumsatz. Allein in Frankfurt sind über 35.000 Kreative tätig, die mehr als die Hälfte der hessischen Branchenumsätze generieren. Susanne Stöck betont, dass Hessen beim Thema Design keineswegs bei null anfängt – die Region kann bereits auf eine starke und gewachsene Kreativbranche zurückblicken, die nun durch den Titel international sichtbar wird. Die Bewerbung überzeugte durch die hohe Dichte an Kreativschaffenden, Hochschulen und Unternehmen sowie durch den Anspruch, Design als Haltung zu begreifen, die Visionen Wirklichkeit werden lässt.

Das Programm ist beeindruckend in seiner Breite: 450 Projekte wurden aus über 1.200 Einreichungen ausgewählt und finden in Darmstadt, Offenbach, Frankfurt und Wiesbaden statt. Über 2.000 Veranstaltungen mit rund 450 Projektpartnern strukturieren sich entlang fünf thematischer Schwerpunkte, darunter Arbeiten & Wohnen, Mobilität, Industrie, Konsum und Gesundheit. Zu den Highlights zählen zwölf Demokratie-Kioske, die zum Dialog über demokratische Prozesse einladen, das multimediale Module Festival sowie die Open Design als zentrales Signature Event, das Kreislaufwirtschaft, Handwerk und Industrie verbindet. Den Abschluss des Jahres bildet eine Design Assembly in der Paulskirche, bei der ein Manifest mit konkreten Empfehlungen an die Politik übergeben wird – als dauerhaftes Erbe über 2026 hinaus.

Die Hessen Agentur begleitet das Projekt mit klarem Wirtschaftsfokus: Eine Ausstellung prämierter Designobjekte hessischer Unternehmen sowie der Kreativwirtschaftstag zum Thema Creating Value schaffen die Brücke zwischen kreativer Gestaltung und wirtschaftlicher Wertschöpfung. Langfristig strebt die Region eine Bewerbung für das UNESCO „Creative Cities of Design Network" an, und ein Design Action Plan soll nachhaltige Impulse für Stadtentwicklung und Klimaschutz setzen. Gleichzeitig laufen bereits erste Kooperationen mit Busan, dem nächsten World Design Capital 2028 – besonders in den Bereichen KI, Digital und Kreativwirtschaft. Das gemeinsame Fazit von Carolina Romahn und Susanne Stöck: Der Titel ist kein Selbstzweck – er ist der Startschuss für eine Bewegung, deren volle Wirkung erst in den kommenden Jahren sichtbar werden wird.

Daniel Fischer interviewt Carolina Romahn (Geschäftsführerin World Design Capital) und Susanne Stöck (Leiterin der Geschäftsstelle Kreativwirtschaft bei der Hessen Agentur). Gemeinsam ziehen sie ihr Fazit für das erste halbe Jahr des World Design Capital 2026.

Fragen über Fragen! „20 Minuten Hessen“ gibt Antworten.