Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die demografische Entwicklung in Hessen

Pressemeldung vom 3. April 2022

Die Materialsammlung gibt differenzierte Einblicke – segmentiert in Regierungsbezirke, Landkreise und kreisfreie Städte.

Ziel der von der Hessen Agentur erarbeiteten Materialzusammenstellung ist die Analyse der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die kleinräumige demografische Entwicklung in Hessen. Hierfür liegen detaillierte demografische Daten für das Jahr 2020 und Eckwerte für das erste Halbjahr 2021 vor.

„Mit diesem Elaborat erhält die interessierte Öffentlichkeit Einblick, wie sich die Corona-Pandemie auf die Bevölkerung ausgewirkt hat“, sagt Anja Gauler, Abteilungsleiterin Wirtschaftsforschung und Landesentwicklung bei der Hessen Agentur. „Die Analyse der vorliegenden Daten macht die Materialsammlung zu einer wirklich spannenden Lektüre.“

Die Einwohnerzahl Hessens ist seit der letzten Zensuserhebung 2011 bis zum Jahresende 2020 um rund 300.000 bzw. 5,0 Prozent angestiegen. Im ersten Coronajahr 2020 verlor die Bevölkerungsentwicklung jedoch deutlich an Dynamik und die Bevölkerungszunahme fiel mit 5.000 Personen bzw. 0,1 Prozent sehr gering aus. Diese sich in der Corona-Zeit abschwächende und zuletzt sogar rückläufige Bevölkerungsentwicklung ist zum einen auf eine Zunahme der Sterbefälle insbesondere von Hochbetagten und zum anderen auf deutlich weniger Zuwanderungen zurückzuführen. Im ersten Coronajahr 2020 haben sich sowohl die Zuzüge als auch die Fortzüge hessenweit deutlich reduziert und diese Entwicklung hat sich im ersten Halbjahr 2021 weiter fortgesetzt.

Durch das Zusammenspiel von natürlicher Bevölkerungsentwicklung und dem Saldo von Zu- und Fortzügen ergibt sich für Hessen insgesamt im ersten Coronajahr 2020 nur noch eine geringe Zunahme der Einwohnerzahl. In der ersten Jahreshälfte 2021 zeigt sich bisher sogar eine deutlich rückläufige Bevölkerungsentwicklung.

Mit den für den Zeitraum von Jahresende 2019 bis zur Jahresmitte 2021 vorliegenden Bevölkerungsdaten können Effekte der Corona-Pandemie auf die kleinräumigen demografischen Entwicklungen in Hessen abgebildet werden.

Ursächlich für diese rückläufigen Zu- aber auch Fortzüge dürften die internationalen Reisebeschränkungen, aber auch die Möglichkeiten von bzw. die Verpflichtungen zu Homeoffice und Online-Studium sein. In den beiden Altersgruppen der 20- bis unter 30-Jährigen und der 30- bis unter 40-Jährigen – dies sind typische Jahrgänge für arbeitsplatz- bzw. studienplatzmotivierte Wanderungen – haben sich die Wanderungsgewinne gegenüber dem als Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019 gebildeten Vergleichswert in etwa halbiert. Für das Jahr 2021 liegen die Daten für eine entsprechende Analyse noch nicht vor.

Zur Materialzusammenstellung: https://www.hessen-agentur.de/publikationen/3756?Alle=253