Start-up Sigo aus Darmstadt denkt die Mobilitätswende ein Stück weiter

Mit einem durchdachten Sharing-Konzept, induktiven Ladestationen und hochwertigen elektrischen Lastenrädern bietet das Start-up Sigo aus Darmstadt Kommunen, Baugesellschaften und Nutzern eine innovative und klimaschonende Verkehrslösung an. Dank breiter Unterstützung hessischer Förderinstitutionen expandiert das junge Unternehmen inzwischen kräftig.

Elektrische Antriebe und Sharing-Modelle sind wichtige Komponenten der Mobilitätswende in Hessen. Das Start-up Sigo aus Darmstadt denkt diese Ansätze noch ein Stück weiter: Mit ihrem E-Lastenrad-Leihsystem samt automatischem Aufladen bietet das junge Unternehmen eine ausgereifte Lösung und umgeht die Schwachstellen anderer Konzepte. Städtische Quartiere werden so für ihre Bewohner attraktiver, Parkplätze obsolet und Nutzer leisten einen Beitrag zur Beruhigung der Städte und zum Klimaschutz. „Unsere Kunden erhalten eine sehr attraktive Mobilitätslösung, weil sie viel flexibler und nachhaltiger unterwegs sein können – und gleichzeitig kommt der Fahrspaß nicht zu kurz“, sagt Gründer und Geschäftsführer Tobias Lochen.

Die drei Geschäftsführer der Sigo GmbH aus Darmstadt

Dank des leistungsstarken E-Motors können die E-Lastenräder von Sigo auf 25 km/h beschleunigen,
bei einer Reichweite von bis zu 50 Kilometern. (Foto: Sigo GmbH)

Seit Februar 2020 können die modernen Lastenräder in fünf hessischen Städten ganzjährig und rund um die Uhr genutzt werden – in Darmstadt, Frankfurt, Kelsterbach, Langen und Wiesbaden. Fünf weitere Standorte hat Sigo mittlerweile in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen etabliert, jüngst kam durch den Zusammenschluss mit dem Münchener Unternehmen LastiBike noch Bayern hinzu.

Eine Erfolgsgeschichte also, die auf einem innovativen Gesamtkonzept fußt. So können sich Kunden ganz unkompliziert per App registrieren. Anhand einer Karte in der App werden die Standorte und verfügbaren Räder in der Umgebung angezeigt. Start und Ende einer Tour ist immer an einer der fest installierten Ladestationen, wo die Räder kontaktlos per Induktionsplatte geladen werden – umständliche Kabel sind nicht notwendig. Durch den Ladevorgang wird die Mietgebühr selbstständig ausgelöst und abgerechnet. So sind die Räder nicht nur schnell wieder verfügbar, sondern sie blockieren auch keine öffentlichen Flächen und müssen zum Laden nicht erst umweltbelastend eingesammelt werden.

In den Stationen sind die E-Lastenräder sicher abgeschlossen, bis sie vom nächsten Kunden entliehen werden. Während ihrer Tour können die Nutzer die innovativen Gefährte selbstverständlich an geeigneten Orten parken und mit einem integrierten Schloss sichern. Die Kosten für die Nutzung belaufen sich auf 1,50 Euro je Ausleihe sowie 1 Euro für jede angefangene halbe Stunde. Die Fahrt von einer Stunde kostet somit 3,50 Euro.

Euro kostet die Fahrt pro Stunde

km/h schaffen die E-Bikes

Kilometer Reichweite

Kilo kann die Transportbox laden

Die stylishen E-Lastenräder sind eine Eigenentwicklung der Gründer und verfügen über modernste Technik: kräftige 4-Kolben-Scheibenbremsen, eine stufenlose EnvioloNabenschaltung und ein wartungsarmer Riemenantrieb sorgen für viel Fahrspaß. Dank des leistungsstarken E-Motors können die Lastenräder auf 25 km/h beschleunigen, bei einer Reichweite von bis zu 50 Kilometern. Die geräumige Transportbox vor dem Lenker kann bis zu 60 Kilogramm laden, um Großeinkäufe zu transportieren oder Kinder aus der Kita abzuholen. Dabei sind die Räder für die Kunden immer fahrbereit, da sie von Sigo regelmäßig gewartet und repariert werden.

Das Start-up wendet sich mit seinem Mobilitätskonzept gezielt an Kommunen, Institutionen und Real-Estate-Partner: Insbesondere Wohnungsbaugesellschaften haben bei großen Neubauprojekten geeignete Flächen für die Sharing-Stationen, mit denen sie ihren Bewohnern eine Alternative zum (Zweit-) Auto anbieten und ihre Projekte noch attraktiver gestalten können. „Wir erstellen individuelle Angebote, angepasst an die Bedürfnisse unserer Partner, und unterstützen sie so bei der Umsetzung ihrer Klimaziele. Dafür arbeiten wir zum Beispiel mit der Nassauischen Heimstätte in Hessen, aber auch mit ÖPNV-Anbietern wie der Bogestra aus der Region Bochum/Gelsenkirchen zusammen“, sagt Geschäftsführer Tobias Lochen.

Die drei Geschäftsführer der Sigo GmbH aus Darmstadt

Die Geschäftsführer von Sigo (v.l.): Edin Zekanovic, Tobias Lochen, Philipp Harterründer. (Foto: Sigo GmbH)

Um sein innovatives Geschäftsmodell zum Laufen zu bringen, konnte das hessische Start-up auf eine breite Unterstützung zurückgreifen. Beim House of Logistics and Mobility (HOLM) in Frankfurt erhielten die Gründer kostenlose Büroräume und Zugang zu einem großen Netzwerk. Durch die Innovationsförderung des Landes Hessen konnten das Konzept der E-Lastenrad-Verleihstation entwickelt und erste Räder und Stationen finanziert werden.

Dieses Pilotprojekt (HA-Projekt-Nr.: 649/18-72) wurde aus Mitteln des Förderprogramms Elektromobilität in Hessen bezuschusst. Für die weitere Finanzierung und Entwicklung erhielt Sigo Unterstützung von der BM H Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen mbH. „Für dieses breite Angebot in Hessen sind wir sehr dankbar. Dadurch konnten wir unsere Geschäftsidee erfolgreich in die Realität umsetzen“, sagt Geschäftsführer Tobias Lochen. „Das Ergebnis sind Arbeitsplätze für unsere Mitarbeiter, ein innovatives Mobilitätsangebot für unsere Kunden und ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz für uns alle.“

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